Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

26. Januar 2022 Uncategorized 0

 

Der Weggiser Sportclub WSC ist sehr erfolgreich im Schiedsrichterwesen unterwegs. In den letzten 10 Jahren ist die Anzahl ausgebildeter Schiedsrichter kontinuierlich gestiegen.

Wer sich für eine Karriere als Fussball-Schiedsrichter entscheidet, muss hart im Nehmen sein. Es ist nicht einfach, innert Sekunden die richtige Entscheidung zu treffen und 22 Sportler in oft emotionsgeladener Stimmung zu leiten. Umso schöner, dass der Weggiser Sportclub ein im Vergleich grosses Kader an Schiedsrichtern aus- und weiterbilden darf. Dazu gehören einige grosse Talente, welche die steile Karrieretreppe erfolgreich Tritt für Tritt nach oben meistern.

 

Aus dem Match gehen, ohne ein Gesprächsthema zu sein

Ohne Schiedsrichter, kein Fussballspiel. Das ist Fakt. Man ist auf den Mann/ die Frau mit den gefürchteten gelben und roten Karten angewiesen. Doch leider muss der Schiedsrichter immer wieder als Sündenbock herhalten. „Man muss schon ein selbstbewusstes Auftreten haben, sicher in den Regeln sein und vor allem ruhig bleiben können“, erklärt mir der verantwortliche Schiedsrichter und damit Ansprechperson des WSC, Sam Louis. Er selber hat im Jahr 2013 mit der Schiedsrichterausbildung begonnen. Speziell seine ruhige Art gekoppelt mit der nötigen Strenge führen ihn zum Erfolg. Unterdessen ist er in der Talentgruppe des IFV (Innerschweizer Fussballverband) und hat die Berechtigung, 2. Liga Inter-Spiele zu leiten. Mit dem Aufgebot für ein Testspiel der 1. Liga schaffte er den Schritt von der regionalen Ebene in die nationale Stufe, von wo eine Qualifikation in die Oberliga oder international als FIFA-SR/SRA erfolgen könnte. Die nächstmöglichen Steigerungen wären die Promotion League (1. Liga), die Challenge League und die Super League (höchste Liga des Schweizer Fussballs). Aber worin besteht denn der Reiz, die Ausbildung als Schiedsrichter in Angriff zu nehmen, wollte ich wissen: „Ohne uns Schiris gäbe es keinen Fussball und wir alle LIEBEN Fussball! Als Schiedsrichter freust Du Dich auf das Spiel und willst, wie alle auf dem Platz, eine Topleistung zeigen. Das Ziel ist es, aus dem Match zu kommen, ohne ein Gesprächsthema zu sein. Dann hast Du Deine Arbeit gut gemacht.“

 

Ein steiniger Weg bis ganz nach oben

Als klassischer Weg wird an einem Abendkurs des IFV (Innerschweizer Fussballverbands) die Ausbildung zum Spielleiter besucht. Dies berechtigt, Spiele der E- und D-Junioren zu leiten. Mit 15 Jahren darf der Schiedsrichter-Grundausbildungskurs, welcher aus einem Vorkurs, Hauptkurs und Schlusskurs mit Regeltest besteht, absolviert werden. Wird der Kurs erfolgreich bestanden, darf man fortan die Spiele der C-Junioren leiten. Die nächste höhere Stufe ist frühestens nach einem halben Jahr möglich. Weiter müssen die Jungschiedsrichter mindestens acht Einsätze pro Saison absolviert haben. Um den C-Schiedsrichter nicht zu verlieren, sind ab jetzt mindestens 12 Einsätze pro Jahr gefordert. Analog der Fussballspieler gibt es eine Talentförderung (Footeco) für junge, talentierte Schiedsrichter.

 

Ab jetzt zählt die Erfahrung und Promovierung

Normalerweise kann die nächste Stufe erst im Alter von 18 Jahren angetreten werden. Ausnahmen gibt es bei grossen Talenten. Dazu wird dem Jungschiedsrichter ein B-Junioren-Spiel zugeteilt, bei welchem er von einem Coach inspiziert und bewertet wird. Innert 3 Jahren muss man die Promovierung für die 5. Liga schaffen. Offiziell gibt es einen Lehrabend pro Halbjahr, der obligatorisch besucht werden muss. Bis und mit der 3. Liga ist der Schiedsrichter auf sich alleine gestellt. Erst ab der 2. Liga tritt das Team zu dritt auf. Pro Kalenderjahr wird ein Coaching mit Bewertung durchgeführt. Dabei wird der Match (Schlüsselszenen, Schwierigkeitsgrad des Spiels, Penalty etc.) und die Leistung des Schiedsrichters bewertet.

 

Du willst es besser machen, als die anderen Schiedsrichter, über die Du Dich ständig ärgerst? Dann melde Dich für die Ausbildung an!

Jeder Verein muss, abhängig von der Anzahl Mannschaften die er hat, eine gewisse Anzahl Schiedsrichter stellen. Der Weggiser Sportclub übertrifft mit seinen aktuell acht Schiedsrichtern die geforderte Minimumzahl von vier deutlich.

Der WSC freut sich natürlich über Interessierte, welche die Ausbildung zum Schiedsrichter machen möchten. Was muss denn ein angehender Schiedsrichter an Qualitäten mitbringen? Was sind die Voraussetzungen? Sam Louis: „ Bei uns ist jeder/jede Interessierte willkommen. Du musst nicht aktiv Fussball spielen oder gespielt haben. Wichtig ist, dass Du Freude an dieser Sportart hast und die zeitliche Verfügbarkeit mitbringst. Du musst zuverlässig sein und Dich gerne bewegen und die nötige Kondition haben. Als Schiedsrichter hast Du auf und neben dem Platz eine Vorbildfunktion. Dein Auftreten muss sicher und selbstbewusst sein und Du musst gerne mit Menschen arbeiten. Schliesslich übst Du eine Leitungsfunktion mit 22 Personen und einem ganzen Umfeld aus.“

Fest steht, dass das grosse Geld nicht verdient werden kann. Aber als Schiedsrichter betreibt man Sport und wird dafür mit einem schönen Sackgeld entschädigt. Du erhältst freien Eintritt zu allen Meisterschaftsspielen im SFV. Zudem ist es eine Chance, eine etwas andere Karriere zu machen und die Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Entscheidungsfreudigkeit zu entwickeln, was auch für das Berufsleben wichtig ist.

Du interessierst Dich für diesen Kurs? Bist bereit, Einsätze an Samstag- und Sonntagen zu leisten? Dann melde Dich schnellstmöglich bei Sam Louis über die WSC-Website. Der Kurs wird vom WSC bezahlt. Nächste Gelegenheit ist bereits im März 2022. Anmeldeschluss ist der 12. Februar 2022.

Aktuelles Schiedsrichter-Team des WSC:
Ebib Ebibi, Diberdarsan Iyampillai, Ian Louis, Sam Louis, Mirza Dedic, Tiago Costa, Johann Thusbass, Moritz Stern

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.