Die Remis-Könige mit gemischten Gefühlen

Die Remis-Könige mit gemischten Gefühlen

10. April 2019 WSC I 1

Nach zwei Unentschieden zum Rückrundenstart hatten sich die Weggiser viel vorgenommen für das Spiel gegen die Muotathaler. Und doch lagen sie bereits nach drei Minuten in Rückstand. Die Gäste nutzten einen Fehlpass in der Weggiser Defensive eiskalt aus. Das Heimteam zeigte sich aber alles andere als geschockt und kam zu mehreren guten Chancen. In der 28. Minute landete ein Eckball von Luca Küttel an der Latte. Kurz darauf entschied der Schiedsrichter nach einer mehr als strittigen Szene im Gäste-Strafraum auf Weiterspielen. Etwas entgegen dem Spielverlauf hiess es plötzlich 0:2, als der Schuss des Muotathaler Captains von einem Weggiser so unglücklich abgefälscht wurde, dass er entgegen der Laufrichtung von Jan Bühler ins Tor trudelte. Als der starke Thaler Hüter kurz vor der Pause auch noch einen Freistoss von Mauro Mathis aus dem Lattenkreuz wischte und zwei Prellbälle im Gäste-Strafraum nicht im Tor landeten, war das 0:2 zur Pause Tatsache.

Mit der Gewissheit auch einen Zweitore-Rückstand aufholen zu können, startete das Heimteam wild entschlossen in die zweiten 45 Minuten. Nach 51 Minuten war es soweit – Patrick Hegglin brachte den WSC mit einem herrlichen Schlenzer zurück ins Spiel. Der FC Muotathal war heute ganz sicher nicht die bessere, aber die effizientere Mannschaft: Mit dem ersten gefährlichen Angriff im zweiten Durchgang erhöhten die Schwyzer mit einem überlegten Abschluss von der Strafraumgrenze auf 1:3. Nach einer feinen Kombination über links, war Benjamin Arbia nur noch mit einem Foul zu stoppen. Wie als DJ in der Kabine so auch als Spieler auf dem Platz: Patrick Hegglin beherrscht die ganze Klaviatur. Die Chance vom Punkt liess er sich nicht nehmen und verkürzte nur zwei Minuten nach dem 1:3 erneut. War der Ball in der ersten Hälfte noch öfters in den Reihen der Gäste zu finden, spielte jetzt nur noch das Heimteam. Nach einem zuerst abgewehrten Eckball wurde der Ball nochmals schön zur Mitte geflankt wo Flavio Duschan aus ca. fünf Metern am erneut fulminant reagierenden FCM-Schlussmann scheiterte. In der 79. Minute war es dann endlich soweit und Benjamin Arbia erlöste seine Farben mit dem verdienten Ausgleichstreffer. Die Luzerner spürten, dass hier noch mehr möglich ist. Nach 87 Minuten setzte Lukas Miraculix einen Kopfball nur hauchdünn am Lattenkreuz vorbei. In der 91. Minute tanzte Benjamin Arbia gleich zwei Thaler schwindlig, schaufelte den Ball aber aus sechs Metern über das Tor. Getreu dem Motto von Jürgen Wegmann: „Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu.“

Im dritten Spiel der Rückrunde spielten die Weggiser damit zum dritten Mal unentschieden. Damit sind sie zwar seit vier Pflichtspielen ungeschlagen, trauern aber zumindest nach diesem Spiel – trotz Aufholjagd – eher zwei verlorenen Punkten nach. Nächsten Sonntag gastiert die 1. Mannschaft beim SK Root. Anpfiff ist um 15:00 Uhr. Die Rontaler befinden sich mit sieben Punkten aus drei Spielen in hervorragender Frühjahrsform und haben sich mittlerweile auf Rang 5 vorgeschoben. Am folgenden Dienstag, 16.04., folgt sogleich das nächste Heimspiel. Ab 20:00 Uhr geht es in der Thermoplan Arena gegen den SC Steinhausen um weitere Punkte.

Telegramm:

Weggiser SC – FC Muotathal 3:3 (0:2)

Tore: 4’ 0:1, 41’ 0:2, 51’ Patrick Hegglin 1:2, 60’ 1:3, 62’ Patrick Hegglin 2:3, 79’ Benjamin Arbia 3:3.

Für Weggis spielten: Jan Bühler; Pedro Almeida, Sandro Buser, André Greter (Lukas Mikulicius), Patrick Hegglin; Flavio Duschan, Luca Küttel, Mauro Mathis, Ramon Arbia (Martin Mundprecht); Benjamin Arbia, Jannik Ernst (Reto Gügler).

One Response

  1. Candy sagt:

    Welche Ode an das Schöne! Inmitten des trüben Graus des wiedergekehrten Winters, welcher uns mit Schneeschauern und Eiseskälte in längst vergangen geglaubte Tage zurück gerissen hat, erfreut und erwärmt uns der unbändige Siegeswille und das löwengleiche Herz der heroischen Weggiser, vielmehr aber noch die frühlingshaft anmutenden Worte unseres jungen Goethes, mit welchen er eben diese Tugenden lobpreist und mit denen er, wie die leuchtenden Knospen auf freudloser Frühlingswiese, farbenfrohe Tupfer ins gemeinhin Alltägliche und Gewöhnliche der Spielberichterstattung zeichnet. In diesem, üblicherweise von Phrasen fussballerischer Weisheiten strotzenden dafür, man möge mir verzeihen, der narrativen Spannung etwas gebrechenden Genre der pseudo-literarischen Schöpfung, ragen diese – zu einem ebenso funkelnden wie kostbaren Geschmeide aufgereihten – Wortperlen unseres Autors heraus wie die Werke des unvergleichlichen Beethovens aus dem beliebigen Schaffen der kontemporären, primär kommerzorientierten Musikindustrie. Mit dem unnachahmlichen Genie eines literarischen Synästheten lässt er zu voller Pracht erblühen was ansonsten in wöchentlich wiederholter Trivialität zu ersticken droht.

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