Penalty-Orgie, ein Doppel Hattrick und die Hand Gottes erlebt ihr Comeback

Penalty-Orgie, ein Doppel Hattrick und die Hand Gottes erlebt ihr Comeback

28. April 2019 WSC I 1

Während der FCL am Dienstagabend gegen Thun kein einziges Tor zu Stande brachte, wurden die wenigen Zuschauer, welche sich für die Unterallmend statt für die Swissporarena entschieden hatten, mit einem wahren Torspektakel belohnt.

Kaum hatte die Partie in Root begonnen, tänzelte Captain Benjamin Arbia wie Vreni Schneider zu ihren besten Zeiten durch die Rontaler Abwehrreihen und bediente den völlig freistehenden Mauro Mathis. Die Nummer 10 der Rigi-Kicker hatte keine Mühe, den Ball im gegnerischen Gehäuse unter zu bringen. Nachdem ein Freitsoss von Benjamin Arbia in der 7. Spielminute knapp am Rooter Lattenkreuz vorbei huschte, war die Reihe nun an den Einheimischen, welche immer mehr das Spieldiktat übernahmen. Es folgten 3-4 Torchancen, welche aber dank Orientierungsschwierigkeiten des Heimteams nicht den Weg ins Weggiser Tor fanden. In der 19. Minuten kamen die Gäste zu einem Entlastungsangriff, der junge Luca Küttel bediente Mauro Mathis mustergültig in die Tiefe, welcher den Ball etwas entgegen dem Spielverlauf zu seinem persönlichen zweiten Treffer am Schlussmann vorbeispitzelte. Nach einer guten halben Stunde stellte sich die Weggiser Innenverteidigung dann nicht besonders geschickt an und der Rooter Stürmer nahm das Geschenk des bereitstehenden Beins dankend an – Penalty! Dieser wurde sicher verwandelt und so kehrte die Spannung in die Partie zurück. Kurz vor der Pause waren es nochmals die Weggiser, welche einen Ball in der gegnerischen Hälfte erobern konnten. Mauro Mathis fasste sich ausserhalb des Strafraums ein Herz und schob das Runde ins Eckige – persönlicher Hattrick!

Nach dem Pausentee war es dann nur noch das Heimteam, welches das Spielgeschehen bestimmte. So kam es, wie es kommen musste! Ein schöner Kopfball und Root verkürzte auf 2-3. Und in der 73. Spielminute konnte die Partie von vorne beginnen. Ein eigentlich ungefährlicher Flankenball flog einem Weggiser Spieler an den Oberarm. Die Gäste haderten mit dem Penalty-Entscheid, aber wer soll bei der aktuellen Regelauslegung bezüglich Handspiels noch einen klaren Blick haben. Der Rooter Stürmer nahm auch diese Einladung dankend an und erzielte ebenfalls seinen persönlichen dritten Treffer. Als dann eine Minute später Jannik Ernst nach einem Foulspiel im Mittelfeld mit gelb/rot vom Platz flog, schien es um die Gäste von der Rigi geschehen. Und es kam sogar noch dicker für die Röhrli-Jungs. In der 81 Minute pfiff der Unparteiische erneut einen Elfmeter für Root, was zu weiteren Diskussionen führte. Auch Versuch Nummer drei entschieden die Rontaler für sich und hatten die Partie innert einer Viertelstunde doch tatsächlich gedreht. Doch Weggis wäre nicht Weggis, würde man die Niederlage einfach so akzeptieren. Wie bereits gegen Ibach und Muotathal, musste man in den letzten Minuten einem Rückstand hinterherrennen. Und Dornröschen erwachte doch tatsächlich auch an diesem Dienstagabend aus seinem Tiefschlaf! Die Match Uhr war fast abgelaufen, als André Greter noch einen letzten Freistoss von der Seitenlinie treten konnte. Der Ball flog hoch in den Strafraum und Schlitzohr Nicolas Eyer war in bester Maradona Manier vor dem Torwart am Ball. Das Leder fand den Ball zu A-Junior Michael Pirker, welcher am zweiten Pfosten seinen ersten Pflichtspieltreffer für das Fanionteam feiern durfte. Und weil die Pfeife nach drei Penaltys wie bereits an der WM 1986 in Mexico dieses Mal stumm blieb, durften die Jungs von der Rigi doch noch einen glücklichen, wenn auch nicht unverdienten Punktgewinn feiern.

Am nächsten Sonntag 28. April findet um 14:00 das grosse Rigi-Derby in der Thermoplan Arena statt. Der Weggiser SC und die Kollegen des FC Küssnacht treffen aufeinander – Abstiegskampf pur! Nach 4 Unentschieden in 5 Spielen peilen die Jungs vom WSC endlich den ersten Vollerfolg der Rückrunde an und freuen sich auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung.

SK Root – Weggiser SC 4-4 (1-3)

Unterallmend, 50 Zuschauer

Weggis spielte mit: Jan Bühler, Lukas Hasler (54′ Flavio Duschan), André Greter, Reto Gügler, Martin Mundprecht (61′ Pedro Almeida), Patrick Hegglin, Mauro Mathis, Jannik Ernst, Flavio Duschan (46′ Michael Pirker), Luca Küttel (46′ Nicolas Eyer), Benjamin Arbia (69′ Dominik Hediger)

Tore: 3′ Mauro Mathis (Benjamin Arbia) 0-1, 19′ Mauro Mathis (Luca Küttel) 0-2, 33′ SK Root 1-2  (Penalty), 40′ Mauro Mathis (Patrick Hegglin) 1-3, 67′ SK Root 2-3, 73′ SK Root (Penalty) 3-3, 81′ SK Root (Penalty) 4-3, 88′ Michael Pirker (Diego Armando Maradona) 4-4 Bemerkungen: 20′ gelb Lukas Hasler, 24′ gelb SK Root, 63′ gelb SK Root, 63′ gelb Jannik Ernst, 74′ gelb/rot Jannik Ernst, 80′ gelb Jan Bühler, 92′ gelb Nicolas Eyer

One Response

  1. Candy sagt:

    Wahres Genie und Einzigartigkeit können niemals ersetzt oder kopiert werden und jeder Versuch Selbiges zu tun ist zum Vorherein zum Scheitern verurteilt. Werden Genie und Einzigartigkeit aber als das wahrgenommen, was sie uns allen sein sollen, nämlich Ansporn und Inspiration zu sein, dann erfüllen sie ihre tiefste und wahre Bestimmung und gereichen allen zu gleichen Teilen zu Ehren.
    Nein, unseren jungen Goethe kann niemand ersetzen, aber der Schreiber der obigen Zeilen verdient allergrösste Achtung, dass er sich von dessen immenser Wortgewalt und feingeistiger Semantik nicht einschüchtern sondern vielmehr inspirieren lässt und uns in ebenfalls beeindruckender Art und Weise Teil haben lässt an den Geschehnissen auf dem Feld er Ehre. Oder wie Ihre Majestät, die Englische Königin Elisabeth II, nicht expressis verbis aber mutatis mutandis, sagen würde : I’m amused.
    Auch wenn wir uns unseren jungen Goethe mit seinen literarischen Meisterwerken zurückwünschen, so wollen wir es doch nicht unterlassen, seinem Stellvertreter an der Feder für seine grossartige Darstellung der Ereignisse, seinen feinen Humor und nicht zuletzt seinen fussball-historischen Sachverstand zu danken, vor allem aber auch für seinen Mut, sich inspirieren zu lassen.

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